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Inhaltsangabe
Der Fluch des Schwarzen Goldes
Eigentlich ist das Niger-Delta ein Paradies. Das Mündungsdelta des Nigers in Nigeria zählt zu den fruchtbarsten und artenreichsten Regionen der Erde. Hier leben rund dreißig Millionen Menschen aus vierzig verschiedenen ethnischen Gruppen, die mehr als 200 Sprachen sprechen.
Nigeria, das mit Abstand bevölkerungsreichste Land Afrikas, ist der sechstgrößte Erdölerzeuger der Welt und einer der Hauptlieferanten für die USA. Nigeria könnte reich sein. Doch der größte Teil der Bevölkerung ist arm. Korruption, Gewalt, ethnische Konflikte und vor allem das skrupellose Ringen internationaler Unternehmen um die nigerianischen Erdölvorkommen haben verhindert, dass das Land seine Armut bekämpfen kann.
Die meisten Flüsse und der größte Teil der Landschaft im Niger-Delta sind inzwischen durch das Erdöl verseucht und verschmutzt. „Curse of the Black Gold” zeigt die dramatischen Auswirkungen auf Umwelt und Mensch, die die 50-jährige Geschichte der Erdölausbeutung in Nigeria zur Folge haben. Die Reportage des bekannten amerikanischen Fotojournalisten Ed Kashi zeigt das Paradoxon von Armut in einer reichen Region.
Ed Kashi sagt über die Situation im Niger-Delta: „Das Delta ist der Ort, an dem Nigerias Plagen von Korruption, Gangstertum und Armut aufeinanderzutreffen scheinen. Was im Niger-Delta gerade passiert, ist ein militärischer Kampf gegen staatliche Sicherheitskräfte, die einen fürchterlichen Ruf haben, hinter sich aber eine brutale Staatsmaschinerie wissen. Und die Gewalt im Niger-Delta hat etwas Besonderes: Der Kampf ist eine Reaktion auf die lange Geschichte der Ausbeutung durch einheimische und internationale Unternehmen, gegen deren Art Politik zu betreiben, bei der Gewalt von Politikern ermutigt und unterstützt wird. Und es ist eine Bewegung gegen das Chaos an Gruppen und Gangs, die keine klaren Führungen haben.“
Links
- Ed Kashi
- Curse of the Black Gold
- Talking Eyes Media
- „The Case against Shell“, mit Hintergrundinformationen zu Öl in Nigeria
- „Shell reports record oil spillages in Nigeria“ von AP in Guardian Online am 5.5.2010
- Bericht der Umweltschutzorganisation Friends of Earth zu dem Vergleich der Nigerianischen Aktivisten um die Exekution von Ken Saro-Wiwa gegen Shell
- „Some release from the torment of the past“ von Ken Saro-Wiwa Jr. in The Guardian, 9.5.2009
- Brief von Kenneth Roth, Executive Director Human Rights Watch an den Präsidenten von Nigeria Goodluck Jonathan vom 11.2.2010
- Stakeholder Democracy: Menschenrechts- und Friedensorganisation für das Nigerdelta
- "environmental rights action", nigerianischer Teil von Friends of the Earth und die koordinierende NGO in Afrika für Oilwatch International.
- Seite der "Urhobo Historical Society". Urhobo ist eine Ethnie im Nigerdelta
Über den Autoren
Ed Kashi stammt aus New York und hat Fotojournalismus an der Syracuse University studiert. Er erhielt für seine Arbeiten zahlreiche Preise, darunter den World Press Award und den Pictures of the Year. Ed Kashi veröffentlicht seine Arbeiten u.a. in National Geographic, The New York Times Magazine, Time, Fortune, Geo, und Newsweek.
Schon seit einiger Zeit stehen im Zentrum seiner Arbeit groß angelegte Multimediaprojekte, die er zusammen mit seiner Frau Julie Winokur und der Non-Profit-Multimediaproduktionsfirma „Talking Eyes Media“ verwirklicht.
Zu seinen bekanntesten Projekten zählt “Aging in Amerika”, bei dem er das Altern in der amerikanischen Gesellschaft dokumentiert. Dieses Projekt entwickelte er mit seiner Frau weiter, als Julies Vater an Demenz erkrankte. Der Film „Sandwich Generation“ erzählt sehr persönlich, wie sich das Leben der Familie verändert, als sie den pflegebedürftigen Mann bis zu seinem Tod in ihr Haus nach New Jersey holen.
Aus der Multimedia-Produktion „Curse of Black Gold“ ist ein gleichnamiges Buch entstanden, das die Universität Michigan zur Pflichtlektüre für Afrikanische Studien bestimmt hat.
Ed Kashi ist Mitglied der Redaktion von Spill The Beans!.
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